für die Rheinlande 1789-1815  
 
 

Was zeigt das Logo der Stiftung?

 

Die französische Kokarde in den Farben Blau-Weiß-Rot ist neben der Jakobinermütze ein Symbol der Französischen Revolution und der Ersten Französischen Republik (1792-1804). Sowohl Kokarde als auch Jakobinermütze sind keine einfachen Symbole mit klarer historischer Bedeutung - sie stehen gleichermaßen für gesellschaftlichen Fortschritt, aber auch für Gewalt und Terror im Namen von Freiheit und Gleichheit - in Frankreich, in Deutschland, der Schweiz, den Niederlanden, Belgien und Luxemburg. Die abgebildete Kokarde liegt hier auf einem scharlachrotem Kragen eines Uniformrocks eines Commissaire des Guerres mit silberner Stickerei in Bouillon-Ausführung (1798- ca. 1804).

Bis 1792 wurden Kokarden in derselben farblichen Ausführung auch von hessischen Truppen benutzt. Der Landgraf von Hessen-Darmstadt verbot sie schließlich, um Verwechslungen mit den französischen Militärs zu vermeiden, konnte aber zuvor gerade durch diese Kokarden auf den Hüten seiner Soldaten die hessische Steuerkasse aus Straßburg retten.

Als Logo der Stiftung ist die Kokarde einerseits Sinnbild für die modernen Bürgerrechte, die mutige Menschen auch in Deutschland seit Ende des 18. Jahrhunderts durchsetzen wollten. Andererseits ist sie aber auch mahnendes Sinnbild für den Schrecken in der Zeit der Mainzer Republik Anfang 1793 und die schleichende Ent-Republikanisierung seit Machtantritt von Napoleon Bonaparte.

Die Farben Schwarz-Rot-Gold sind im Zusammenhang mit der deutschen Bürgerrechtsbewegung erst später eingesetzt worden: Sie wurden vor allem durch das Hambacher Fest von 1830 das Symbol für das Streben nach Freiheit, Gleichheit und deutscher Einheit.