für die Rheinlande 1789-1815

 
 


      aktuell 13.11.2018

Ausstellung zum 225ten Jahrestag der

"Expedition Custine - das Rheinland-Pfalz, Hessen und die gescheiterte Freiheit 1792/93"

Schirmherrschaft: Prof. Dr. Bernhard Vogel, Ministerpräsident aD

 

AKTUELLER AUSSTELLUNGSORT: bis zum 4. Januar 2019 im Rathaus Wölfersheim/Wetterau

Bisherige Ausstellungsorte seit 25.09.2017 : Mainz, Stadtbibliothek/Stadtarchiv - Oberursel, Naturpark Taunus-Haus - Glashütten-Schloßborn - Limburg/Lahn - Hessisches Staatsarchiv Darmstadt - Mainz-Kostheim, Heimatmuseum, Königstein/Taunus - Rathaus - Gernsheim/Rhein, Schöffermuseum

 

22.01.-09.03.2018 - Kreisparkasse Limburg/Lahn

Nassauische Neue Presse, 09.02. "eine vielbeachtete Präsentation (...)

Doch Custines herrisches Auftreten und die Plünderung der Gemeindekassen machten ihm keine Freunde, so daß er und seine Leute bald als "Freiheitsschwindler bezeichnet wurden. (...) Seine Anhänger, die mit Zwangsmaßnahmen, Gewalt und Geiselnahmen die Menschen zu den Wahlen der Mainzer Republik gedrängt hatten, wurden später mit langen Gefängnisstrafen belegt."

 

 

 

 

02.12.2017 - Königstein - 225 Jahre preußische Beschießung und Brand der Stadt

Einweihung einer Gedenktafel

FAZ, 08.12. - "Kanonendonner im Kurpark (...)

Die Adventszeit in Königstein entspricht derzeit ganz den romantischen Erwartungen. Vor 225 Jahren hingegen hatten die Menschen keinen Sinn für heimelige Gemütlichkeit. (...) DIe Festung war von Soldaten aus Frankreich besetzt, aber noch mehr litten sie in den ersten Dezembertagen 1792 unter den Befreuern. Denn die Preußen kamen mit Geschützen, um den Feind mit Kanonenkugeln und Granaten zu vertreiben.

03.-12.11.2017 - Museum Schloßborn

Taunus-Zeitung, 09.11.
„Eine der wildesten Epochen, die die Menschen im Taunus je zu durchleben hatten. (...)

Eben noch glattrasierter Graf von Metz, erkannte der feine Herr (Custine) schnell, woher der Wind in Frankreich nach dem Sturm der Bastille wehen würde. Statt es anderen Blaublütern gleich zu tun und sich über den Rhein nach Mainz oder Frankfurt abzusetzen, blieb Custine, ließ sich einen bürgerlichen Bart wachsen (oder klebte ihn sich an) und setzte sich an die Spitze einer eilends ausgehobenen Revolutionsarmee.“ (Taunus-Zeitung 9. Nov. 2017)

 

 


 

22.10.-02.11.2017 - Oberursel - Naturpark Taunus-Haus bei den Custine Schanzen

FAZ, 23.10.

"Französische Revolution scheiterte im Taunus (...)

Die von den französischen Truppen in einem Karree zur Abwehr der preußischen Erdwälle seien jedoch ein eher kläglicher Versuch des insgesamt 19.000 Mann starken Heeres gewesen, die feindlichen Kämpfer abzuwehren. Die Preußen schlichen sich über Waldwege um die feindlichen Stellungen herum und schlugen zu."

 

 

 

 

 

 

25.09.-18.10.2017 - Mainz, Stadtbibliothek - Custine im "Zentralort des Deutschen Reiches"

Allgemeine Zeitung Mainz, 27.09.

"Verhängnisvolle Expedition: Ausstellung in der Mainzer Stadtbibliothek würdigt ersten demokratischen Gehversuch auf deutschem Boden 1792/93"

(...) eine historisch bedeutende Ausstellung (...) Auch "Dachbodenfunde, Münzen in originalen Sparschweinen, ein altes hölzernes Stadtschild mit der Aufschrift "Mayence Ville Républicaine" mit Einritzungen, auf denen der Tod der Tyrannen gefordert wird. Zwei Einschußlöcher sind ebenfals eindeutig zu erkennen. (...) Leihgaben kommen (...) aus dem Landesmuseum und dem Historischen Museum Frankfurt."

 

 

 

 

Aktueller Flyer "Expedition Custine"

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Im Frühherbst 1792 gelangte ein französisches Revolutionsheer unter General Adam-Philippe Custine – und zunächst ohne Befehl aus Paris – nahezu ohne Widerstand über die Rheinpfalz, Rheinhessen bis in Hunsrück, Taunus und Wetterau. Von der Queich im Süden bis an die Nahe und die Lahn im Norden hieß es für wenige Wochen und Monate „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“. Zeitgleich operierte Frankreich an zwei weiteren Fronten, der Region Saar/Trier und Lüttich/Aachen.

Ziel der Regierung in Paris war es zum einen, die junge französische Republik und ihre Errungenschaften vor ihren Grenzen zu verteidigen. Zum anderen galt zuerst noch das Angebot, sich dieser neuen Gesellschaftsordnung anzuschließen und die Grundlage für ein vom Volk gewähltes Parlament zu schaffen, weg von der Ständegesellschaft und den feudalen Vorrechten.

Durch die Vorgabe aus Paris wurde das Angebot aber kurz darauf in eine Verpflichtung zur Annahme der Französischen Ver-fassung umgewandelt.

Custine und seine militärischen und zivilen Mitstreiter scheiterten, der Region eine republikanische Grund-ordnung zu geben. Zwar wurde mit dem kurzlebigen Rhei-nisch-Germanischen Nationalkonvent, besser bekannt als Mainzer Republik, im März 1793 ein erstes Parlament errichtet. Es kam aber durch Zwangseide und Zwangswahlen zustande, war von weitreichender Gewaltanwendung seiner Aktivisten begleitet und wurde nur von einer Minderheit der Bevölkerung getragen.

Daher steht es nicht in einer Reihe mit den demokratischen Bewegungen von 1830, 1848/49, der Weimarer Republik und der Bundesrepublik Deutschland.

Aus heutiger Sicht betrachtet, war Custines Verdienst jedoch, erstmals weite Teile der Region mit einem Gegenmodell zum absolutistisch-feudalistischen Ständesystem konfrontiert zu haben.

Die schon von Zeitgenossen so genannte „Expedition Custine“ endete mit der Kapitulation von Mainz am 22. Juli 1793.